Welche technischen Ansätze ermöglichen die Migration monolithischer Legacy-Applikationen mittels Strangler Fig Pattern in eine serverlose Architektur?

Die Migration erfolgt über die Implementierung einer Routing-Schicht, die als Fassade zwischen den Clients und den Backend-Systemen fungiert. Wir setzen hierbei primär auf API Gateways oder Load Balancer, die den Traffic basierend auf definierten Pfaden oder Header-Informationen steuern. Sobald eine spezifische Geschäftsfunktion im Monolithen identifiziert und als eigenständiger Service in einer serverlosen Umgebung (z. B. AWS Lambda, Azure Functions) nachgebaut wurde, wird die Routing-Regel angepasst, sodass neue Anfragen direkt an die serverlose Funktion geleitet werden.

Um die Datenkonsistenz während der Koexistenz beider Systeme zu gewährleisten, nutzen wir folgende technische Ansätze:

  1. Change Data Capture (CDC): Wir implementieren Tools wie Debezium, um Änderungen in der Legacy-Datenbank in Echtzeit zu erfassen und über einen Event-Bus an die neuen serverlosen Microservices zu streamieren.
  2. Event-Driven Bridge: Durch die Einführung eines Message Brokers (z. B. RabbitMQ oder Amazon EventBridge) entkoppeln wir die Kommunikation. Der Monolith emittiert Events, die von den serverlosen Funktionen konsumiert werden.
  3. Anti-Corruption Layer (ACL): Wir schalten eine Übersetzungsschicht vor die neuen Services, um zu verhindern, dass veraltete Datenmodelle des Monolithen die neue Architektur kontaminieren.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die technische Verschiebung während des Prozesses:

KomponenteLegacy-Zustand (Monolith)Ziel-Zustand (Serverless)Migrationsmechanismus
Request HandlingInterner Application ServerAPI Gateway / LambdaPath-based Routing
Business LogicTightly coupled ModulesIndependent FunctionsDomain-Driven Extraction
DatenhaltungZentrale Relationale DBPurpose-built DBs (NoSQL/SQL)CDC & Data Sync
SkalierungVertikal / Instanz-basiertAutomatisch / Event-basiertCloud-native Scaling

Dieser Prozess erfordert eine präzise Planung im Rahmen unserer IT-Consulting & Digitale Strategie, um Abhängigkeiten zwischen den Modulen frühzeitig zu analysieren und die Extraktionsreihenfolge festzulegen. Wir priorisieren dabei Funktionen mit hoher Änderungsrate oder hohen Skalierungsanforderungen, um den maximalen ROI der Migration schnellstmöglich zu realisieren.

Wir empfehlen, die Migration nicht nach technischen Modulen, sondern strikt nach Business-Capabilities (Bounded Contexts) zu vollziehen, da eine rein technische Zerlegung ohne domänenorientierten Ansatz lediglich zu einem verteilten Monolithen führt, der die Vorteile der Serverless-Architektur zunichtemacht.

Sergej Wiens

Sergej Wiens

Gründer & Software Architekt